Vier-Tage-Woche: Holz- und Fur­nier­fir­ma macht es vor

Vie­le Men­schen träu­men von einer kür­ze­ren Arbeits­wo­che. Gera­de im Hand­werk wer­den Fach­kräf­te durch höhe­re Gehäl­ter abge­wor­ben — oft, obwohl die tat­säch­li­chen Arbeits­be­din­gun­gen beim neu­en Arbeit­ge­ben­den schlech­ter sind. Die Vier-Tage-Woche klingt für vie­le Beschäf­tig­te reiz­voll. Doch wie sieht es in der Rea­li­tät aus? Wir haben uns mit dem The­ma aus­ein­an­der­ge­setzt und spre­chen über die Vor- und Nach­tei­le einer ver­kürz­ten Arbeitswoche.

Vier-Tage-Woche im Hand­werks­be­trieb — was ist das?

Die Vier-Tage-Woche ist ein Modell, das immer belieb­ter wird. Doch was steckt eigent­lich hin­ter die­sem Kon­zept? Eine 4‑Ta­ge-Woche im Hand­werks­be­trieb ist ein inter­es­san­tes Arbeits­zeit­mo­dell, das inzwi­schen immer häu­fi­ger anzu­tref­fen ist. Durch die ver­kürz­te Arbeits­wo­che hat der Betrieb die Mög­lich­keit, auf den Fach­kräf­te­man­gel zu reagie­ren und die Vor­tei­le einer kür­ze­ren Arbeits­wo­che für sei­ne Mit­ar­bei­ten­den zu nut­zen. Die an einem Tag zusätz­lich frei gewor­de­ne Zeit bie­tet den Betrie­ben die Mög­lich­keit, ihren Mit­ar­bei­ten­den mehr Frei­zeit und damit eine bes­se­re Work-Life-Balan­ce zu ermöglichen.

Ein Hand­werks­be­trieb geht den muti­gen Schritt einer Vier-Tage-Woche ein

Ein Hand­werks­be­trieb in Deutsch­land macht den muti­gen Schritt: Die Holz- und Fur­nier­fir­ma Osen­stät­ter setzt das Arbeits­zeit­mo­dell ab Sep­tem­ber 2022 in expe­ri­men­tel­ler Form um. Durch die­se Umstel­lung hofft das Unter­neh­men, das geplan­te Wachs­tum rea­li­sie­ren zu kön­nen. Durch die kür­ze­ren Arbeits­zei­ten soll es mög­lich sein, neue Mit­ar­bei­ten­de anzu­wer­ben und so das Wachs­tum der Fir­ma wei­ter vor­an­zu­trei­ben. Gleich­zei­tig sieht man durch die Ein­füh­rung der Vier-Tage-Woche die Gesund­heit der Beschäf­tig­ten gesi­chert. So kann in Zukunft ein gesun­der Arbeit­neh­men­den­kör­per den Anfor­de­run­gen eines moder­nen Arbeits­le­bens gerecht werden.

Aus­gangs­la­ge vor der Umstellung

Der Fach­kräf­te­man­gel ist ein aku­tes Pro­blem für klei­ne wie gro­ße Hand­werks­be­trie­be. Vie­le Betrie­be kla­gen über Schwie­rig­kei­ten, qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter zu fin­den und die­se an sich zu bin­den. Dies gilt auch für die Fir­ma Osenstätter.

Bis­her gab es in dem Betrieb nur weni­ge (Initiativ-)Bewerbungen. Die Aus­gangs­la­ge ist also eine unter­durch­schnitt­li­che Men­ge an Bewer­bun­gen für die not­wen­di­gen Beset­zung der Arbeits­plät­ze durch Fach­kräf­te. Ohne die­se ist auch dem (Umsatz-)Wachstum des Unter­neh­mens eine natür­li­che Bar­rie­re gesetzt. Nur mit wei­te­rem Zuwachs an Mit­ar­bei­ten­den kann das Unter­neh­men sei­ne Auf­trä­ge abwi­ckeln und die zuge­sag­te Leis­tung im ver­ein­bar­ten Zeit­raum lie­fern. Ohne wei­te­re Kräf­te lei­det die Ter­min­treue, Kun­den könn­ten unzu­frie­den wer­den. Neue Auf­trä­ge ste­hen in Gefahr, nicht recht­zei­tig umge­setzt wer­den zu können.

War­um wird der Wech­sel des Arbeits­zeit­mo­dells angestrebt?

Für das Unter­neh­men ist die Umstel­lung auf eine Vier-Tage-Woche eine Chan­ce, um neue Fach­kräf­te anzu­wer­ben, ohne das Jah­res­brut­to in astro­no­mi­sche Höhen zu dre­hen, wel­che sich nur die Indus­trie leis­ten kann. All­ge­mein ver­än­dern Online­por­ta­le die Wahr­neh­mung der Gehalts­vor­stel­lun­gen in für orga­nisch gewach­se­ne Betrie­be, ohne exter­nes Ven­ture Kapi­tal, unbe­zahl­ba­re Sphä­ren. Doch es gibt eine gute Nach­richt: Immer mehr Men­schen ent­schei­den sich dafür, in einem Betrieb zu arbei­ten, der ihnen eine gute Work-Life-Balan­ce bie­tet oder auf spe­zi­el­le Anfor­de­run­gen an den Arbeits­ort Rück­sicht nimmt oder auf die nöti­ge Fle­xi­bi­li­tät bzgl. der Fami­lie indi­vi­du­ell ein­ge­hen kann. Die Work-Life-Balan­ce kann ein wich­ti­ger Antrei­ber für die Ein­füh­rung der Vier-Tage-Woche sein, spe­zi­ell im Hand­werk. Vie­le Men­schen sehen sich heut­zu­ta­ge mit dem Pro­blem kon­fron­tiert, dass sie beruf­lich stark ein­ge­spannt sind und neben psy­cho­lo­gi­schen Stres­so­ren durch Ter­min­druck auch kör­per­li­che Beschwer­den auf­tre­ten. Mit der Umstel­lung auf eine Vier-Tage-Woche kann sich das Unter­neh­men von der Kon­kur­renz abhe­ben und erfolg­reich neue Fach­kräf­te anwerben.

Wel­che Aus­wir­kun­gen hat die Vier-Tage-Woche?

Ein der­ar­ti­ger Ein­griff in das Arbeits­zeit­mo­dell hat Fol­gen. Zunächst ein­mal wer­den die ver­blei­ben­den Arbeits­ta­ge län­ger. Es ist sogar davon aus­zu­ge­hen, dass an die­sen Tagen Über­stun­den aus­ge­führt und ange­häuft wer­den. Die Pro­zes­se müs­sen sich erst ein­mal ein­spie­len und gera­de die Kom­mu­ni­ka­ti­on in Pro­jek­ten, auf Bau­stel­len und auch fir­men­in­tern “ein­schlei­fen”, so der Juni­or Chef Nico Osenstätter.

Doch was sind die Fak­ten hin­ter der Theo­rie? In einer groß ange­leg­ten Stu­die von Ernst & Young aus dem Jahr 2017 wur­de fest­ge­stellt, dass die Vier-Tage-Woche die Pro­duk­ti­vi­tät der Mit­ar­bei­ten­den um 13 % steigert!

Die Fir­ma stellt sich so auf die Suche nach neu­en Fach­kräf­ten ein

Die Vier-Tage-Woche hat für die Holz- und Fur­nier­fir­ma Osen­stät­ter vor allem einen posi­ti­ven Effekt: Sie kann neue Fach­kräf­te gewin­nen. Seit die Fir­ma bekannt gemacht hat, dass sie ab Sep­tem­ber 2022 eine Vier-Tage-Woche anbie­tet, gehen ver­mehrt Bewer­bun­gen ein. Selbst der beauf­trag­te Head­hun­ter des Unter­neh­mens fragt wäh­rend einer Per­so­nal­be­spre­chung scherz­haft: “Wo darf ich unter­schrei­ben?” Das ist auch kein Wun­der, denn immer mehr Men­schen wün­schen sich eine bes­se­re Work-Life-Balan­ce. Mit einer Vier-Tage-Woche haben die Mit­ar­bei­ten­den in der Fol­ge jeden Frei­tag frei und kön­nen sich so mehr erho­len und bei­spiels­wei­se ihren Hob­bys nachgehen.

Das Wachs­tum der Fir­ma ist durch neue Mit­ar­bei­ten­de möglich

Holz- und Fur­nier­han­del ist eine Bran­che, die auf Pro­jek­ten basie­rend und auf Groß­auf­trä­gen geschul­tert fußt. Durch den Zuwachs an Auf­trä­gen kön­nen die­se häu­fig nicht mehr abge­wi­ckelt wer­den. Die Pro­jek­te müs­sen jedoch ter­min­treu und mit hoher Qua­li­tät abge­wi­ckelt wer­den. Jedes Unter­neh­men macht sich daher auf die Suche nach neu­en Fach­kräf­ten. Jedoch ist das kein Pro­blem für die Fir­ma Osen­stät­ter, da sie bereits nach der Ankün­di­gung der Umstel­lung des Arbeits­zeit­mo­dells meh­re­re Bewer­bun­gen von talen­tier­ten Men­schen erhal­ten hat. Dank der Hil­fe der neu­en Mit­ar­bei­ter wird es mög­lich sein, alle lau­fen­den Auf­trä­ge ter­min­ge­recht zu bear­bei­ten, dass somit auch neu­er Umsatz rea­li­siert wer­den kann. Das stra­te­gi­sche Wachs­tum der Fir­ma wird dadurch Realität.

Gesund­erhal­tung der Beleg­schaft wird durch die Vier-Tage-Woche gefördert

Auch die Arbeits­me­di­zin kann sich zum neu­en Kon­zept äußern. Betriebs­ärz­te haben dies auch schon bestä­tigt: Durch die ver­kürz­te Arbeits­wo­che wird den Mit­ar­bei­ten­den mehr Frei­zeit zuge­stan­den. Auch die Gesund­heit der Mit­ar­bei­ten­den wird durch die Vier-Tage-Woche geför­dert. Denn durch mehr Frei­zeit haben sie mehr Zeit, sich zu ent­span­nen und zu erho­len. Die zusätz­li­che freie Zeit hat mög­li­cher­wei­se einen höhe­ren Erho­lungs­wert als zusätz­li­che Urlaubs­ta­ge. Im Ide­al­fall redu­zie­ren sich somit Aus­fäl­le durch Krankheitstage.

Durch das fle­xi­ble Arbeits­zeit­mo­dell ist es für die Fir­ma Osen­stät­ter mög­lich, auf die Bedürf­nis­se ihrer Mit­ar­bei­ten­den ein­zu­ge­hen. So kön­nen sich die­se bei­spiels­wei­se die Arbeits­wo­che frei ein­tei­len und ihren frei gewor­de­nen „Arbeits­tag“ selbst bestim­men. Der Kör­per nimmt dies dan­kend an. Beschäf­tig­te kön­nen auf die­sem Wege ihre Work-Life-Balan­ce ver­bes­sern. Dadurch kann eben­falls das Risi­ko von Bur­nout redu­ziert wer­den. Alles in allem ist die Umstel­lung auf eine Vier-Tage-Woche also ein muti­ger Schritt, der sowohl für das Unter­neh­men als auch für die Mit­ar­bei­ten­den vor­teil­haft sein kann.

Fazit: Ist die Vier-Tage-Woche ein Erfolg?

Um dem Fach­kräf­te­man­gel ent­ge­gen­zu­wir­ken, haben man­che Betrie­be schon expe­ri­men­tell die Arbeits­zei­ten redu­ziert und die Vier-Tage-Woche ein­ge­führt. Durch die kür­ze­ren Arbeits­zei­ten kön­nen sich die Beschäf­tig­ten bes­ser auf ihre Fami­lie und ihr Pri­vat­le­ben kon­zen­trie­ren. Zudem ist es für vie­le Men­schen attrak­ti­ver, in einem Betrieb zu arbei­ten, der ihnen fle­xi­ble Arbeits­zeit­mo­del­le statt eines klas­si­schen „nine-to-five“-Jobs anbietet.

Die vier-Tage-Woche kann ein inter­es­san­tes Kon­zept für Unter­neh­men sein, denn: Es kann dazu füh­ren, neue Fach­kräf­te zu gewin­nen und zugleich die Arbeit ins­ge­samt effek­ti­ver zu gestal­ten. Die Holz- und Fur­nier­fir­ma Osen­stät­ter hat sich dafür ent­schie­den, die­ses Kon­zept ab Sep­tem­ber 2022 zu pilo­tie­ren. Die Arbeits­me­di­zi­ner begrü­ßen dies und auch die Mit­ar­bei­ten­den sind opti­mis­tisch. Durch die Ein­füh­rung der Vier-Tage-Woche hofft die Fir­ma neben mehr Bewer­bun­gen von Fach­kräf­ten zugleich auch mehr Umsatz zu gene­rie­ren. Die Erwar­tun­gen an die Umstel­lung sind hoch. Es wird span­nend sein zu sehen, wie sich die Vier-Tage-Woche in den kom­men­den Mona­ten ent­wi­ckeln wird. Wenn alles nach Plan läuft, könn­te es ein vol­ler Erfolg werden!

Fazit: Ist die Vier-Tage-Woche ein Erfolg?

Um dem Fach­kräf­te­man­gel ent­ge­gen­zu­wir­ken, haben man­che Betrie­be schon expe­ri­men­tell die Arbeits­zei­ten redu­ziert und die Vier-Tage-Woche ein­ge­führt. Durch die kür­ze­ren Arbeits­zei­ten kön­nen sich die Beschäf­tig­ten bes­ser auf ihre Fami­lie und ihr Pri­vat­le­ben kon­zen­trie­ren. Zudem ist es für vie­le Men­schen attrak­ti­ver, in einem Betrieb zu arbei­ten, der ihnen fle­xi­ble Arbeits­zeit­mo­del­le statt eines klas­si­schen „nine-to-five“-Jobs anbietet.

Die vier-Tage-Woche kann ein inter­es­san­tes Kon­zept für Unter­neh­men sein, denn: Es kann dazu füh­ren, neue Fach­kräf­te zu gewin­nen und zugleich die Arbeit ins­ge­samt effek­ti­ver zu gestal­ten. Die Holz- und Fur­nier­fir­ma Osen­stät­ter hat sich dafür ent­schie­den, die­ses Kon­zept ab Sep­tem­ber 2022 zu pilo­tie­ren. Die Arbeits­me­di­zi­ner begrü­ßen dies und auch die Mit­ar­bei­ten­den sind opti­mis­tisch. Durch die Ein­füh­rung der Vier-Tage-Woche hofft die Fir­ma neben mehr Bewer­bun­gen von Fach­kräf­ten zugleich auch mehr Umsatz zu gene­rie­ren. Die Erwar­tun­gen an die Umstel­lung sind hoch. Es wird span­nend sein zu sehen, wie sich die Vier-Tage-Woche in den kom­men­den Mona­ten ent­wi­ckeln wird. Wenn alles nach Plan läuft, könn­te es ein vol­ler Erfolg werden!

Foto­quel­len: istock (IDs: 1389188917, 663830760, 1204226173, 1262727860)

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