ChatGPT Search und SEO: In KI-Suchen gefun­den werden

Staf­fel 2 · Fol­ge 9 · Ori­gi­nal­fol­ge: 25. Dez. 2024 · 17:50 Minuten

Exe­cu­ti­ve Summary

In einer KI-Suche auf­tau­chen, ohne die eige­nen Tex­te pau­schal fürs Modell­trai­ning frei­zu­ge­ben: Geht das? In Fol­ge 9 von »digi­tal meets rea­li­ty« beschäf­ti­ge ich mich mit ChatGPT Search und den Ent­schei­dun­gen, die Publisher dabei tref­fen müs­sen. Dazu kommt ein prak­ti­scher Blick auf die Google-Inde­xie­rung. Der Arti­kel beglei­tet die Auf­nah­me vom Dezem­ber 2024 und ergänzt die heu­ti­ge Unter­schei­dung zwi­schen Such­zu­griff und Trainings-Crawling.

Logo des Podcasts digital meets reality – Folge 9 zu ChatGPT Search und SEO

Gefun­den wer­den – aber zu wel­chen Bedingungen?

Wer Inhal­te ver­öf­fent­licht, möch­te nor­ma­ler­wei­se auch gefun­den wer­den. Sobald KI-Such­sys­te­me ins Spiel kom­men, wird aus die­ser ein­fa­chen Absicht eine ziem­lich kon­kre­te Fra­ge: Dür­fen sie mei­ne Sei­ten lesen, dar­aus Ant­wor­ten bil­den oder das Mate­ri­al fürs Trai­ning ver­wen­den? Das ist für mich kein und dasselbe.

Die Fol­ge beginnt außer­dem mit einer Ver­än­de­rung im Pod­cast: dem Abschied von Tors­ten Dre­wes und dem Aus­blick auf das neue For­mat mit stär­ke­rem KI-Fokus. Der per­sön­li­che Rück­blick gehört dazu. Die tech­ni­schen Fra­gen ent­ste­hen schließ­lich nicht im luft­lee­ren Raum, son­dern mit­ten im Agenturalltag.

Was ChatGPT Search für Publisher verändert

Ab Minu­te 3:06 geht es um die Fra­ge, wie eige­ne Inhal­te in den Such­ergeb­nis­sen von ChatGPT erschei­nen kön­nen. Wenn eine Ant­wort bereits Infor­ma­tio­nen aus meh­re­ren Quel­len zusam­men­führt, ver­än­dert sich der Weg zu einer Web­site. Für mich folgt dar­aus zunächst eine redak­tio­nel­le Auf­ga­be: Was auf unse­rer Sei­te steht, muss ver­ständ­lich und über­prüf­bar sein.

Das ist kei­ne Garan­tie für eine Erwäh­nung. Ein gut for­mu­lier­ter Absatz kann hilf­reich sein; ob ein Such­sys­tem ihn tat­säch­lich her­an­zieht, lässt sich dar­aus noch nicht ablei­ten. Genau die­se Gren­ze möch­te ich bei der Dis­kus­si­on über KI-Sicht­bar­keit im Blick behalten.

Heu­ti­ge Ergän­zung: Suche und Trai­ning getrennt betrachten

Ope­nAI beschreibt OAI-Search­Bot für die Suche und GPT­Bot für das mög­li­che Modell­trai­ning als getrennt steu­er­ba­re Craw­ler. Ent­spre­chend kön­nen die Regeln in der robots.txt unter­schied­lich aus­fal­len. Die aktu­el­le Doku­men­ta­ti­on ist dafür die maß­geb­li­che tech­ni­sche Refe­renz; eine his­to­ri­sche Sperr­lis­te aus der Fol­ge soll­te man nicht unge­prüft übernehmen.

Bevor Ihr etwas sperrt, klärt das Ziel. Wollt Ihr Such­zu­grif­fe ermög­li­chen? Wel­che Nut­zung möch­tet Ihr aus­schlie­ßen? Die robots.txt ist dabei kei­ne Zugangs­si­che­rung für ver­trau­li­che Infor­ma­tio­nen und auch kein Ver­spre­chen, in einer Ant­wort genannt zu wer­den. Ver­trau­li­ches gehört hin­ter eine geeig­ne­te Zugriffskontrolle.

Und was ist mit der nor­ma­len Google-Suche?

Der SEO-Tipp der Fol­ge beginnt bei Minu­te 10:03: die Inde­xie­rung einer Sei­te prü­fen. Eine ver­öf­fent­lich­te URL ist nicht auto­ma­tisch im Google-Index. Das URL-Prüf­t­ool der Search Con­so­le hilft, den bekann­ten Inde­xie­rungs­stand und mög­li­che Hin­der­nis­se zu untersuchen.

Ich wür­de nicht als Ers­tes den nächs­ten Text pro­du­zie­ren, wenn schon die vor­han­de­ne Sei­te nicht erreich­bar oder nicht inde­xier­bar ist. Zuerst die kon­kre­te URL prü­fen, dann die Ursa­che bear­bei­ten. Eine bean­trag­te Inde­xie­rung garan­tiert weder die Auf­nah­me noch eine bestimm­te Position.

Zwi­schen Such­tech­nik, Cam­pus-Knig­ge und Schach

Die Fol­ge bleibt nicht bei Craw­lern ste­hen. Es geht auch um Zweit­gut­ach­ten im Cam­pus-Knig­ge und die Schach­re­gel »en pas­sant«. Sol­che Abzwei­gun­gen gehö­ren für mich zum For­mat: Ein Pod­cast darf neu­gie­rig sein und zwi­schen­durch auch eine ande­re Tür aufmachen.

Bei der Web­site-Arbeit führt die Fra­ge danach wie­der zum Anfang zurück: Wel­che Inhal­te wol­len wir zugäng­lich machen, und was haben unse­re Lese­rin­nen und Leser davon? Tech­nik schafft Vor­aus­set­zun­gen. Einen eige­nen Gedan­ken oder eine brauch­ba­re Erklä­rung ersetzt sie nicht.

Wel­che Sei­te wür­det Ihr zuerst prüfen?

Nehmt eine Sei­te, deren Inhalt Euch wich­tig ist. Kann ein Mensch sofort erken­nen, was dort beant­wor­tet wird? Ist sie tech­nisch erreich­bar? Und könnt Ihr nach­voll­zie­hen, ob Such­sys­te­me dar­auf zugrei­fen dür­fen? An einer kon­kre­ten URL lässt sich dar­über viel bes­ser spre­chen als über ein pau­scha­les Ver­spre­chen zur KI-Sichtbarkeit.

Wenn Ihr dar­aus eine regel­mä­ßi­ge Auf­ga­be für Eure Web­site machen möch­tet, fin­det Ihr bei unse­ren Leis­tun­gen den Ein­stieg ins stra­te­gi­sche Online­mar­ke­ting. Die Fol­ge selbst bleibt ein zeit­lich ein­ge­ord­ne­ter Blick auf die Fra­gen vom Dezem­ber 2024.

Kapi­tel der Originalfolge

Die Zeit­mar­ken stam­men aus der ver­öf­fent­lich­ten Episodenbeschreibung.

  • 00:08 – Intro und Rück­kehr zu digi­tal meets reality
  • 00:32 – Abschied von Tors­ten Drewes
  • 01:22 – Neu­es For­mat und KI-Fokus
  • 03:06 – Publisher in ChatGPT-Suchergebnissen
  • 10:03 – Sei­ten­in­de­xie­rung bei Google prüfen
  • 11:21 – Cam­pus-Knig­ge: Zweitgutachten
  • 13:46 – Schach­re­gel en passant
  • 17:41 – Vorschau

Professor Doktor Alexander Lutz

Autor

Prof. Dr. Alex­an­der Lutz, Pro­fes­sor für Big Data und KI an der FOM Mün­chen, Dok­tor der Human­ge­ne­tik und Anthro­po­lo­gie, ehe­ma­li­ger Online­spie­le-Desi­gner und natür­lich Grün­der und Inha­ber der Agen­tur Die NEOs. Neben den The­men der künst­li­chen Intel­li­genz und deren Ein­satz­mög­lich­kei­ten in der Pra­xis kon­zen­triert sich Alex­an­der auf die Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on. Neue Pro­blem­fel­der oder tech­ni­sche Inno­va­tio­nen berei­tet er so auf, dass der Nut­zen für unse­re Kun­den deut­lich wird. Er schläft zeit­ver­ant­wort­lich und agiert schnell, sein Mot­to: »Tue es, oder tue es nicht. Es gibt kein Ver­su­chen.«